Wirtschaftsglossar E

Akademie für Marketing und Betriebswirtschaft

 

Edelmetalle

Edelmetalle sind eine Gruppe chemischer Elemente, die besonders haltbar sind und deshalb an Börsen gehandelt werden. Bedeutend in diesem Zusammenhang sind vor allem Gold, Silber, Platin und Palladium.

 

Effekten

Als Effekten bezeichnet man zur Kapitalanlage geeignete Wertpapiere, die an Börsen gehandelt werden, z. B. Aktien, Anleihen.

 

Efta

= European Free Trade Association

Die Europäische Freihandelsassoziation besteht aus Island, Norwegen, Liechtenstein und der Schweiz. Sie beschäftigt sich mit Freihandelsabkommen zwischen der Efta, den östlichen Reformländern und den Grenzstaaten des südlichen und östlichen Mittelmeeres.

 

Eigenkapital

Eigenkapital sind einem Unternehmen langfristig zur Verfügung gestellte Mittel des Unternehmenseigners sowie einbehaltene Gewinne.

 

Eigenkapitalquote

(1) Anteil des Eigenkapitals zum Gesamtkapital

(2) Verhältnis des Eigenkapitals zum Fremdkapital

Verfügt ein Unternehmen über eine hohe Eigenkapitalquote, so gilt es als finanzstark, unabhängig und kreditwürdig.

 

Eingetragene Genossenschaft (eG)

Die eG ist eine eingetragene Erwerbs- und Wirtschaftsvereinigung, die mindestens aus sieben Mitgliedern besteht und das Ziel verfolgt, gemeinschaftlich einen Geschäftsbetrieb zu führen. Die Mitglieder haften lediglich in Höhe ihrer Einlagen. Die Eintragung der eG erfolgt im Genossenschaftsregister.

 

Einheitliche Europäische Akte (EEA)

Die EEA ist ein Vertrag aus dem Jahre 1987, der die vier Freiheiten der EU bis zum Jahresende 1992 festsetzt. Bei den vier Freiheiten handelt es vor allem sich um den grenzüberschreitenden Personen-, Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr innerhalb des EU-Binnenmarktes.

 

Einkommensteuer

Die Einkommensteuer besteuert die Erwerbsgehälter natürlicher Personen und stellt in Deutschland die wichtigste Einnahmequelle des Staates dar. Daher wird sie auch als die „Königin der Steuern“ angesehen.

 

Einkommensverteilung

Die Einkommensverteilung bezeichnet den Anteil der Arbeit und des Kapitals am Gesamteinkommen einer Volkswirtschaft. Man nennt es auch Volkseinkommen.

 

Einlagen

Einlagen sind Gelder, die Banken hereinnehmen. Dazu zählen Spareinlagen, kurzfristige Termineinlagen und täglich fällige Sichteinlagen. Die Einlagen bilden die Voraussetzung dafür, am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen zu können.

 

Einlagensicherung

Die Einlagensicherung ist der Schutz von Guthaben auf Girokonten und Sparkonten, falls die Bank zahlungsunfähig wird.

 

Electronic Banking

Unter Electronic Banking versteht man Bankgeschäfte, die via PC getätigt werden. Außerdem gehören auch der Einsatz von Geldautomaten, Kontoauszugsdruckern etc. zum Electronic Banking.

 

Electronic Cash

Dieses sog. elektronische Bargeld wird bankenintern für den beleglosen und bargeldlosen Zahlungsverkehr genutzt.

 

Emerging Markets

Hierbei handelt es sich um Länder, die dabei sind, mit ihren Kapitalmärkten Anschluss an das Niveau entwickelter westlicher Länder zu erlangen. Es geht um sog. Schwellen- oder Wachstumsländer.

 

Entwicklungsbanken

Die Entwicklungsbanken sind vier supranationale Förderinstitute für langfristige Investitionen. Sie orientieren sich bei der Kreditvergabe meist an den Prinzipien der Weltbank.

 

Entwicklungshilfe

Unter Entwicklungshilfe versteht man die grenzüberschreitende Unterstützung für arme Länder, die dann günstigere Marktbedingungen als üblich erhalten. Ein sprachlich korrekterer Begriff hierfür ist „Entwicklungszusammenarbeit“, da er einen weniger gönnerhaften Beigeschmack hat.

 

Erblastentilgungsfonds

Der Erblastentilgungsfonds ist ein Sondervermögen des deutschen Staates, das es seit 1995 gibt. Es dienst der Finanzierung der Deutschen Einheit, das Altschulden abbauen soll, die durch die Einigung des Landes entstanden sind bzw. aus diversen Fonds übernommen wurden.

 

ERP.-Sondervermögen

Dieses Sondervermögen stellt ein wirtschaftspolitisches Instrument dar, das auf den Marshall-Plan zurückgeht. Es soll die wirtschaftlichen Entwicklungen fördern, indem es für die Vergabe zinsverbilligter ERP-Kredite hergenommen wird. Die Ziele dieser Kredite werden von der deutschen Bundesregierung festgelegt.

 

Ertragsteuern

Hierbei werden Erträge eines Vermögens besteuert, nicht sein Wert selbst. Ertragsteuern sind also keine Substanzsteuern. Zu den Ertragsteuern zählen die Einkommen-, Gewerbeertrag- und Körperschaftsteuer.

 

Ethische Aktionäre

Ethische Aktionäre sind Anleger von Kapital, die ihre Investitionen so tätigen, dass sie sozial- und umweltverträglich sind.

 

EU-Agrarpolitik

Hierbei handelt es sich um eine gemeinsame Agrarpolitik innerhalb der Europäischen Union. Sie ist der wohl umstrittenste Teil der EU-Politik. Ihre fünf Ziele sind die Steigerung der Produktion durch Technisierung und Rationalisierung, die Steigerung des Einkommens im Agrarsektor, die Marktstabilisierung, die Versorgungssicherheit sowie die Erreichung angemessener Preise für die Verbraucher.

 

EU-Binnenmarkt

Der EU-Binnenmarkt bezeichnet das gesamte Wirtschaftsgebiet der EU ohne seine Grenzen. Innerhalb des EU-Binnenmarktes soll der frei Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital gewährleistet sein.

 

EU-Finanzausgleich

Der EU-Finanzausgleich ist ein relativ schwaches Finanzinstrument, um wirtschaftsschwache Regionen vor Abwanderungs- und Wohlfahrtsverlusten zu schützen.

 

EU-Finanzverfassung

Die EU-Finanzverfassung ist ein von der EU entwickeltes System zur Mittelerhebung, -verwendung und zur Kontrolle der Ausgaben.

 

EU-Fonds

Unter die EU-Fonds fallen alle EU-Strukturfonds, der Agrarfonds sowie die europäischen Entwicklungsfonds.

 

EU-Fusionskontrolle

Die EU-Kommission überwacht mit dieser Einrichtung den Wettbewerb innerhalb der EU, stellt aber im Vergleich zum Bundeskartellamt keine unabhängige Behörde dar.

 

EU-Handelspolitik

Die EU-Handelspolitik widmet sich der Gestaltung der außenwirtschaftlichen Beziehungen der EU.

 

EU-Industriepolitik

Sie ist das Pendant zur Handelspolitik und beinhaltet Maßnahmen, die die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit des Industriesektors in den Mitgliedsstaaten stärken soll. Die EU-Industriepolitik ist in der Einheitlichen Europäischen Akte verankert.

 

EU-Strukturfonds

Die EU-Strukturfonds werden aus dem EU-Haushalt finanziert und bestehen aus den folgenden vier Finanzierungsinstrumenten: a) Europäische Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft (EAGFL), b) Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), c) Europäische Sozialfonds (EFS), d) Kohäsionsfonds.

 

Eurex

Der Eurex ist der gemeinsame elektronische Handelsplatz der DTB (Deutsche Terminbörse), der Schweizer Börse und der Pariser Börse.

 

Euro

Der Euro ist die Währung der Europäischen Union. Bisher nehmen jedoch nicht alle Mitgliedstaaten an der gemeinsamen Währung teil.

 

Europäische Artikelnummer (EAN)

Die EAN ist ein einheitliches Strichcode-System, das zur Kennzeichnung von Waren dient. Ziel ist es, den Vertrieb und Verkauf von Waren zu rationalisieren.

 

Europäische Atomgemeinschaft (Euratom)

Hierbei handelt es sich um eine supranational agierende Organisation, die eine eigene Rechtspersönlichkeit hat. Sie gehört zur Europäischen Union und wurde 1957 im Rahmen der Römischen Verträge gegründet. Ihre Aufgabe ist es, eine Atomindustrie zu bilden und zu fördern, die den Lebensstandard innerhalb der EU anheben soll. Inzwischen hat sie jedoch zunehmend an Bedeutung verloren.

 

Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE)

Die EBWE ist eine Organisation zur Finanzierung und Unterstützung des Strukturwandels in ehemals sozialistischen Staaten. Man bezeichnet sie deshalb auch als Osteuropabank.

 

Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS)

= Montanunion

Zur Herstellung eines gemeinsamen Marktes für die Kohle- und Stahlindustrie wurde die EGKS im Jahre 1952 gegründet. Sie ist die Keimzelle der Europäischen Union.

 

Europäische Investitionsbank (EIB)

Die EIB widmet sich der Finanzierung von Infrastruktur- und Unternehmensinvestitionen in den ärmeren EU-Ländern.

 

Europäische Union (EU)

Als Mischform zwischen Bundesstaat und Staatenbund ist die EU der politische und wirtschaftliche Zusammenschluss vieler europäischer Länder.

 

Europäische Zentralbank (EZB)

Die EZB ist das Kernelement des europäischen Zentralbankensystems. Sie ist gekennzeichnet durch ihre absolute Unabhängigkeit von anderen Institutionen der EU.

 

Europäischer Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft (EAGFL)

= Agrarfonds

Er stellt seit seiner Gründung im Jahre 1962 mit 50% den gewichtigsten Teil des EU-Haushalts dar.

 

Europäischer Entwicklungsfonds (EEF)

Dieser Fonds dient der Entwicklungshilfe der EU an die Länder des AKP-Abkommens.

 

Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

= Regionalfonds

Der EFRE wurde 1975 als einer der EU-Strukturfonds gegründet und soll regionale Ungleichgewichte innerhalb der EU mildern.

 

Europäischer Rechnungshof (EuRH)

Der Europäische Rechnungshof als unabhängige Behörde soll die Einnahmen und Ausgaben des EU-Haushalts überprüfen und dessen Wirtschaftlichkeit kontrollieren. Er veröffentlicht jährlich einen Jahresbericht über den EU-Haushalt.

 

Europäischer Sozialfonds (ESF)

Der ESF ist der älteste der EU-Strukturfonds. Er geht auf das Jahr 1960 zurück und soll die berufliche Verwendbarkeit von Arbeitnehmern verbessern und ihre Mobilität stärken.

 

Europäischer Währungsraum (EWR)

Dem EWR gehören die drei Efta-Länder (Island, Norwegen, Liechtenstein) an. Der EWR-Vertrag sieht die Ausdehnung des EU-Binnenmarktes auf die Efta-Länder vor.

 

Europäisches Parlament (EP)

Das Europäische Parlament ist die Volksvertretung der EU und besteht aus einer seit 1979 direkt gewählten Kammer, in der von den nationalen Parlamenten Abgeordnete sitzen.

 

Europäisches System der Zentralbanken (ESZB)

Die ESZB ist eine Institution der EU, die für eine einheitliche Geld- und Wechselkurspolitik verantwortlich ist. Alle ihre Teile sind weisungsunabhängig.

 

Europäisches Währungsinstitut (EWI)

Die EWI ist der Vorläufer der Europäischen Zentralbank und wurde 1994 in Frankfurt am Main ins Leben gerufen.

 

Europäisches Währungssystem (EWS)

Die EWS wurde 1979 zur Stabilisierung einer einheitlichen Währungszone in der EU gegründet.

 

 

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